Hohe wissenschaftliche NATO-Auszeichnung für
Oberstarzt Dr. Frank Jakobs

Abb. 1: Generalarzt Dr. Bernhard Groß überreicht Oberstarzt Dr. Frank Jakobs die hohe NATO-Auszeichnung

Oberstarzt Dr. Frank Jakobs vom Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe erhält erneut den Science and Technology (SET) Panel Excellence Award der NATO für seine Arbeit in der NATO SET-249 Task Group zum Thema Laserblendung. SET-249 (Laser Eye Dazzle: Threat Evaluation and Impact on Human Performance) ist die Fortsetzung der 2013 ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe SET-189 (Laser Eye Dazzle: Effects and Protection), die sich mit der Bedrohungsanalyse sichtbarer Laser und der Entwicklung von Gegenmaßnahmen insbesondere mit Blick auf den zivilen und militärischen Luftverkehr befasst.

Die NATO Science and Technology Organization (STO) ist ein Netzwerk von über 4 000 internationalen Spezialisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ihre Expertise dem Bündnis zur Verfügung stellen und zu diesem Zweck in einer Vielzahl von Task Groups zu den verschiedensten Fragestellungen mit militärpolitischer Relevanz organisiert sind. Der NATO Excellence Award würdigt Arbeitsgruppen und Einzelpersonen, die durch ihre Mitarbeit in besonderem Maße dazu beigetragen haben, die Verteidigungsfähigkeit der NATO zu erhalten und den wissenschaftlichen sowie den technologischen Entwicklungsbedarf des Bündnisses zu sichern. Der Award 2024 geht auf Beschluss des NATO-Hauptquartiers in Brüssel an die Mitglieder der Task Group SET-249 und wurde Oberstarzt Dr. Frank Jakobs am 4. Juli 2024 durch den Generalarzt der Luftwaffe, Dr. Bernhard Groß, überreicht.

Dr. Jakobs ist Augenarzt, Fliegerarzt der Bundeswehr und Epidemiologe und derzeit als Leiter des Dezernats Augenheilkunde am Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe in Köln/Wahn tätig. In der SET-249 Arbeitsgruppe war er von 2017 bis 2022 tätig. In dieser Zeit hat er federführend epidemiologische Statistiken zur weltweiten Inzidenz und Prävalenz von Laserattacken auf zivile und militärische Luftfahrzeuge erstellt, ein Laser Incapacitation Modell entwickelt und die pathophysiologischen Auswirkungen der Laserblendung auf die visuelle Perzeption untersucht. Weiterhin war er unter anderem an der Entwicklung eines Laser Dazzle Simulators in Augmented Reality Brillen, an Feldversuchen zur Charakterisierung der Laser-Streuung an der Cockpit-Verglasung sowie an der Entwicklung eines Shooting Simulators zur Untersuchung der Treffgenauigkeit unter Laserexposition beteiligt. Die NATO Science and Technology Organization würdigte die Ideen und Ergebnisse der Gruppe als „beispielhaft, innovativ und hochgradig konstruktiv“.

„Diese Auszeichnung ist eine große Ehre für mich und meine Kollegen in dieser Arbeitsgruppe, mit denen ich in den letzten 10 Jahren so intensiv zusammengearbeitet habe“, so Oberstarzt Dr. Jakobs. „Für mich“, fügt er hinzu, „ist dieser Award der Beweis dafür, dass die besten Ergebnisse in Forschung und Entwicklung weniger durch Einzelleistungen, als vielmehr durch das Zusammenwirken hochqualifizierter und multidisziplinärer Teams über nationale Grenzen hinweg zustande kommen.“ „Und genau dieses Konzept“ fügt Generalarzt Dr. Groß mit Blick auf die aktuelle weltpolitische Lage hinzu, „ist die Idee, das Prinzip und zweifellos auch die verteidigungspolitische Stärke der NATO.“

Hinzuzufügen bleibt, dass dies bereits der dritte NATO- Award ist, den Oberstarzt Dr. Jakobs erhält. Auf die Frage, wann mit dem nächsten zu rechnen sei, schmunzelt der Oberstarzt. „Ich mache keine Forschung für Awards“, entgegnet er, „ich forsche für die Menschen, und besonders für „meine“ Pilotinnen und Piloten, damit sie gesund wieder nach Hause kommen. Das ist besser als jeder Award“.

Generalarzt

Dr. Bernhard Groß

Generalarzt der Luftwaffe