Editorial
Sehr geehrte Leserinnen
und Leser,
Halbzeit für das Jahr 2025! Angesichts der übermächtigen Krisen in der Welt – was haben wir gesehen und gelernt? In vielen Bereichen ist uns die Sorglosigkeit abhandengekommen, und ein Leben in Frieden und Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Und so reift die Erkenntnis, dass es kein „weiter so wie bisher“ gibt. Die Unsicherheit für die Zukunft steigt. Dennoch muss es heißen: immer wieder durchatmen, Kraft tanken und die Resilienz steigern. Am Ende steht: Be Prepared!
Die sicherheitspolitische Lage zwingt die Bundeswehr dazu, sich entlang des Szenarios der Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten. Im Kriegsfall steht besonders das Gesundheitswesen zivil und militärisch unter Druck. Dieser Umstand war Gegenstand des Symposiums „Gesundheitsversorgung in der Landesverteidigung“ des Befehlshabers des Zentralen Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, bei dem alle Entscheider im deutschen Gesundheitswesen am 2. Juni 2025 in Berlin zusammengekommen waren. Vom Ergebnis her konnte weitestgehende Einigkeit erzielt werden, dass bereits jetzt und gemeinsam gehandelt werden muss. Die Wehrmedizinische Monatsschrift wird gesondert im Heft 12 dieses Jahres darüber berichten.
Die Chefredaktion mit den beteiligten Institutionen freut sich über steigende Leserzahlen. Wir stellen fest, dass die Zugriffshäufigkeit auf die E-Paper-Ausgabe von Quartal zu Quartal steigt. Das werten wir als gutes Zeichen und fühlen uns motiviert, die Qualität des Fachjournals zu verbessern. Die Ihnen vorliegende Ausgabe der WMM ist dieses Mal wieder ein veritables Varia-Exemplar aus zugesandten Beiträgen geworden. Tom Brandt und Annette Schmidt beschäftigen sich in ihrem Review mit der Fitness von Frauen im Militär, ein Thema, das hervorragend in den Zusammenhang dieses Editorials passt. Der darauffolgende Block ist der Zahnmedizin zugeordnet. Christian Justenhoven et al. widmen sich der wichtigen Frage des Bruxismus. Wie viele Knirscher wird es denn wirklich geben? Lukas Greber und Stephan Ihrler liefern neue Erkenntnisse über Snus. Gregor Gutsche und seine Co-Autoren zeigen auf, wie aufwändig Zahnrekonstruktionen im Zeitalter der Parodontitis sein können. Auch eine Tonsillektomie kann von Komplikationen begleitet sein, wie Doha Revend et al. aufzeigen. Der Beitrag aus dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin von Marie-Jelena Mösinger und Kollegen berichtet darüber, dass die gesamte Digitalisierung ohne Akzeptanz der Mitarbeitenden nicht möglich ist. Die „großen“ Arbeiten rundet der Militärhistoriker Ralf Vollmuth mit einer kritischen Darstellung zum 150. Geburtstag des legendären Chirurgen Ernst Ferdinand Sauerbruch ab.
Wir wünschen Ihnen allen viel Spaß bei der Lektüre!
Horst Peter Becker
Chefredakteur der Wehrmedizinischen Monatsschrift