Generalarzt a. D. Dr. med. Arno Manfred Roßlau zum 75. Geburtstag
„Wenn man sich was zu sagen hat, dann trifft man sich“. Mit diesem Satz eröffnete Generalarzt a. D. Dr. Roßlau oft die Arbeitstagung der Sanitätsoffiziere des Nordens, jene legendäre Tagung, die traditionellerweise Anziehungspunkt für alle Angehörigen des Sanitätsdienste aus nah und fern war.
Für ihn stand und steht immer der Mensch im Mittelpunkt, trotzdem ließ er nie einen Zweifel daran, dass er mit seinem Führungsanspruch und Führungswillen an der Umsetzung der Auftragserfüllung orientiert war.
Als Sohn eines Grubendirektors mit einer prägenden Kindheit in Gelsenkirchen, diente er zunächst als Zeitsoldat im Heer, ehe es ihn von 1972 bis 1973 – nach zwei Jahren beim Fernmeldebataillon 5 in Diez im Dienstgrad Leutnant – zum Studium der Physik an der Friedrich-Alexander-Universität nach Erlangen zog.
Im Jahr 1974 erhielt Dr. Roßlau die Zulassung zum Studium der Medizin und trat im selben Jahr als Sanitätsoffizieranwärter erneut in die Bundeswehr ein. Das Studium der Humanmedizin schloss er 1980 erfolgreich ab und promovierte zum Dr. med. Als Regiments- und Fliegerarzt im Heeresfliegerregiment 26 in Roth bis 1983 hatte Dr. Roßlau früh mit Hubschraubern zu tun, eine Passion, die ihn bis heute nicht losgelassen hat.
Von 1983 bis Oktober 1987 wurde Roßlau zunächst als Dezernatsleiter im Sanitätsamt der Bundeswehr. Konsequent folgte hierauf die Verwendung als Grundsatzreferent in der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. Nach einer kurzen Tätigkeit am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz wurde er Divisionsarzt der 10. Panzerdivision in Sigmaringen.
Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde Dr. Roßlau Chefarzt des bis dahin der Nationalen Volksarmee unterstellten Lazaretts Gotha, um nur kurze Zeit später, am 1. April 1991, als Leitender Fliegerarzt des Heeres an der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg eingesetzt zu werden.
Bereits in dieser Zeit, als Auslandseinsätze der Bundeswehr noch nicht alltäglich waren, wurde Dr. Roßlau im Irak (1991, 1992) und im Rahmen der Operation Kurdenhilfe eingesetzt. Hierbei wirkte er auf mich beseelt von seiner ärztlichen Passion und seiner Verantwortung als Vorgesetzter.
1993 wurde er als Wehrbereichsarzt zum Wehrbereichskommando VIII/14. Panzergrenadierdivision in Neubrandenburg versetzt, parallel hierzu wurde ihm als Regimentskommandeur die Führung über das Lazarettregiment 81 in Schwerin-Sternbuchholz übertragen. Für seine besonderen Verdienste wurde ihm 1995 das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen. 1996 nahm er erneut an einem Auslandseinsatz teil und wurde Theatre Surgeon im HQ SFOR in Sarajevo. Gemeinsam mit dem damaligen Generalleutnant Hans-Peter von Kirchbach zeichnete er beim Oderhochwasser 1997 für den hygienischen Schutz und die Impfung der dort eingesetzten Soldaten verantwortlich und setzte sich für eine enge zivil-militärische Zusammenarbeit (ZMZ) ein. Im Anschluss an diese herausfordernde Aufgabe wurde er am 1. Oktober 1997 kommissarischer Divisionsarzt beim Wehrbereichskommando VII / 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig.
Als erster und nach wie vor einziger Sanitätsoffizier wurde Dr. Roßlau am 1. April 1998 im Dienstgrad eines Oberstarztes Kommandeur einer Brigade, der Luftbeweglichen Sanitätsbrigade 1, in Leer. Seine letzte Station als aktiver Sanitätsoffizier war die Verwendung als Kommandeur des Sanitätskommandos I in Kiel, des damals größten Kommandos im Sanitätsdienst der Bundeswehr. Nun zum Generalarzt befördert, initiierte er u. a. die alljährlichen Arbeitstagungen der Offiziere im Sanitätsdienst des Nordens und förderte damit den Zusammenhalt der Reservelazarettorganisation mit einem hohen persönlichen Engagement. Darüber hinaus fiel auch die Beherrschung der Vogelgrippe in seine Amtszeit, bei der er ebenso eng mit den zivilen Behörden kooperiert. Im Juli 2008 wurde er pensioniert.
Auch hiernach blieb er nicht untätig. Der damalige Innenminister des Landes Niedersachsen, Uwe Schünemann, berief Dr. Roßlau, wohl wissend, dass er hier einen versierten Experten an seiner Seite hatte, in den Beraterkreis des Innenausschusses, wo er seine Expertise gemeinnützig und zum Wohle aller einbrachte. Wer Generalarzt a. D. Dr. Roßlau als aktiven Soldaten kennenlernen durfte, hatte niemals einen Zweifel daran gehabt, dass dieser im Heeressanitätsdienstes beheimatet war. Diese Prägung und sein ihm innewohnender natürlicher Führungsanspruch waren es, die ihm im Verlauf seiner aktiven Karriere halfen, die Ihm anvertrauten Menschen zu formen und somit zum Bild des heutigen Sanitätsdienstes der Bundeswehr beizutragen.
Ich wünsche Herrn Generalarzt a.D. Dr. med. Roßlau zu seinem 75. Geburtstag alles erdenklich Gute, für seine Freizeitaktivität als passionierter Hochseesegler stets günstige Winde und eine ruhige See. Bleiben Sie gesund und für unseren Sanitätsdienst aktiv und sichtbar – und genießen Sie die Zeit mit Ihrer Familie!
Generalstabsarzt Dr. Armin Kalinowski
Kommandeur Kommando Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung, Diez an der Lahn