Zum 85. Geburtstag

Oberstveterinär a. D. Dr. Reiner Künzl

Am 15. Januar 2023 feierte der ehemalige Inspizient Veterinärmedizin der Bundeswehr, Oberstveterinär a. D. Dr. med. vet. Reiner Künzl, seinen 85. Geburtstag.

Sein bewegtes Leben begann 1938 in Zatec in der damaligen Tschechoslowakei, von wo er kriegsbedingt vertrieben wurde. 1958 diente er nach dem Abitur das erste Mal in der Bundeswehr, der Grundwehrdienst brachte ihn zur Luftwaffe nach Büchel in die Eifel. Zum Studium ging es nach München an die Ludwig-Maximilians-Universität, es folgten dort Approbation und 1965 Promotion in der radiologischen Abteilung des Instituts für Nahrungsmittelkunde. Nach kurzer Tätigkeit als praktischer Tierarzt trat er 1966 als Stabsveterinär ein zweites Mal in die Bundeswehr ein, um im gleichen Jahr bereits zum Berufssoldaten ernannt zu werden. Sein dienstlicher Werdegang begann im Norden Deutschlands, in Schleswig-Holstein, im Dezernat Veterinärwesen der Abteilung Sanitäts- und Gesundheitswesen des Territorialkommandos. 1969 ging er in der Funktion eines Laborleiters an die Veterinäruntersuchungsstelle I Kronshagen, die Beförderung zum Oberstabsveterinär fiel ins gleiche Jahr. Es folgten 1972 das Examen zum Amtstierarzt und 1974 die Anerkennung zum Fachtierarzt für Radiologie. Dr. Künzl war diesbezüglich einer der Vorreiter in Deutschland. In Süddeutschland verbrachte er den zweiten Teil seines dienstlichen Werdegangs. An der Veterinäruntersuchungsstelle der Bundeswehr V in Stuttgart wurde er 1980 zum Oberfeldveterinär befördert und zu dessen Leiter ernannt, bis diese zum approbationsübergreifenden Untersuchungsinstitut umgegliedert wurde. Nach der Leitung der dortigen Laborabteilung II Veterinärmedizin übernahm er 1988 die Gesamtleitung der Dienststelle.

Diese Zeit war u. a. geprägt durch seine, sowohl in der Bundeswehr als auch im Land Baden-Württemberg gefragte fachliche Beratung im Zusammenhang mit dem Tschernoby-Unglück; sein Fokus lag auf Außendienst- und Labortätigkeiten. Es folgte 1990 die Beförderung zum Oberstveterinär und 1993, nach Auflösung des Untersuchungsinstitutes, die Versetzung zum Sanitätsamt der Bundeswehr mit Dienstsitz in Stuttgart, an dem er außerdem das Amt des Standortältesten inne hatte.

Ein Jahr später wurde Dr. Künzl in Anerkennung seiner fachlichen Leistungen und seines persönlichen Engagements zum Inspizienten Veterinärmedizin der Bundeswehr ernannt. In den folgenden vier Jahren als Inspizient Veterinärmedizin der Bundeswehr setzte er – bis zu seiner Pensionierung am 31.März 1998 – deutliche Schwerpunkte in die Weiterentwicklung des Veterinärwesens der Bundeswehr. Seinem visionären Engagement ist es zu verdanken, dass in der heutigen weltweiten Einsatzlage der Bundeswehr die Einbindung von Sanitätsoffizieren Veterinär und ihrer Fachbereiche eine Selbstverständlichkeit wurde. Neben seiner Herzensangelegenheit, der Aus- und Weiterbildung junger Sanitätsoffiziere Veterinär, hat er es geschafft, die Leistungen des Veterinärwesens trotz widriger Haushaltsumstände insbesondere auch in den Einsätzen hochzuhalten und darzustellen.

Ein bewegtes Dienstleben endete 1998, um durch ein nicht minder bewegtes Privatleben ersetzt zu werden.

Wir wünschen Ihnen auch weiterhin ein erfülltes und gesundes „Pensionärsdasein“.

Oberstveterinär Dr. Leander Buchner

Leitender Veterinär der Bundeswehr