Resilienzforschung am Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr ausgezeichnet
Alexander Witzkia, Manuela Andrea Hoffmanna, b
a Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr, Außenstelle Koblenz
b Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr, Andernach u. Außenstelle Koblenz, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und Medizincampus Koblenz der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
„Resilient im Einsatz. Gesund im Leben.“ Unter diesem Leitspruch forscht das Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr (InstPrävMedBw) zur Resilienz von Soldatinnen und Soldaten und widmet sich dabei Forschungsfragen, die im zivilen Bereich nicht untersucht werden. Als Ressortforschungseinrichtung des Bundes schließt das Institut damit nicht nur eine Forschungslücke hinsichtlich des Erhalts und der Förderung der soldatischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit, sondern leistet auch einen entscheidenden Beitrag zur Kriegstüchtigkeit der Bundeswehr.
Auf der diesjährigen A15+-Tagung des Psychologischen Dienstes in Potsdam wurde die Resilienzforschung des InstPrävMedBw mit einem Bestpreis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Wehrpsychologie gewürdigt, der an Oberregierungsrätin Dr. Kristina Küper aus dem Fachbereich „Psychische Leistungsfähigkeit“ verliehen wurde.
In ihrer Laudatio hob die Referatsleiterin für Psychologische Fachaufgaben, Ministerialrätin Susanne Bruns, neben dem hohen methodischen Anspruch und der Professionalität der Forschungsarbeit insbesondere die Lösungs- und Anwendungsorientierung der Forschungsansätze hervor, die in gezielten Trainingsmaßnahmen für die Bundeswehr und ihre Partner münden.
Dazu gehört beispielsweise das Operational Resilience Training, ein einsatzvorbereitendes Resilienztraining, das von NATO-Partnern aus Norwegen und den USA entwickelt wurde und das sich in der Ausbildung ukrainischen Sanitätspersonals bewährt hat. Das InstPrävMedBw zeichnet nicht nur für die Evaluation des Trainings an den deutschen EUMAM-Ausbildungsstandorten verantwortlich, sondern setzt ab Mitte 2026 auch ein eigens konzipiertes Sonderforschungsvorhaben um, in dem das Training für die bundeswehreigene Combat-Medic-Ausbildung adaptiert und erprobt wird.
Aber auch andere Ausbildungsphasen stehen im Fokus der Forschungsarbeit: In der Basisausbildung des Heeres führt das InstPrävMedBw zurzeit eine umfassende Befragung von Rekrutinnen und Rekruten durch, die Aufschluss über den Resilienztrainingsbedarf in diesem wichtigen ersten Ausbildungsabschnitt geben soll. Um den Einfluss von Resilienz auf die Leistungsfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten zu ermitteln, entwickelte das Institut mit dem „Andernacher Inventar Militärischer Leistungsfähigkeit“ (AIM) eigens ein entsprechendes Testverfahren.
Dieses und eine Vielzahl anderer Messinstrumente kommen auch in einem weiteren aktuellen Forschungsprojekt zum Einsatz, das Resilienz und Leistung in militärischen Hochbelastungssituationen am Beispiel des Einzelkämpferlehrgangs untersucht. Anhand umfangreicher Messungen wird für jeden Lehrgangsteilnehmenden ein Resilienzprofil erstellt, das physische, psychologische und soldatische Leistungsaspekte umfasst. Ziel ist es zu prüfen, welchen Einfluss die einzelnen Leistungsaspekte auf das Bestehen dieses höchst anspruchsvollen Lehrgangs haben.
Neben eigenen Forschungsprojekten führt das InstPrävMedBw auch wissenschaftliche Begleitungen durch und unterstützt damit die Evaluation und das Qualitätsmanagement bereits bestehender bundesweit eigener Resilienzförderungsmaßnahmen.
Ein Überblick über die gesamte Forschungstätigkeit des Instituts findet sich in der kommenden November-Ausgabe der Wehrmedizinischen Monatsschrift.
Für die Verfasser
Regierungsdirektor Dr. Alexander Witzki
Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr
Leiter Fachbereich Psychische Leistungsfähigkeit
Aktienstraße 87, 56626 Andernach
E-Mail: InstPraevMedBwA3@bundeswehr.org