Editorial
Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser!
Die erste Hälfte des Jahres 2024 haben wir mittlerweile durchlebt. Eine Zeit, die von Krisen, besser Polykrisen, dominiert wurde. Welche Erkenntnisse lassen sich gewinnen? Die Menschheit erfährt eine massive Transformation, die Komplexität aller Beziehungen und Zusammenhänge nimmt exponentiell zu. Geostrategische Veränderungen der Weltordnung mit Waffengewalt und der Klimawandel haben sich als die herausragenden Treiber der Krisen gezeigt. Gleichzeitig wird immer deutlicher, welchen Einfluss der wissenschaftlich-technische Fortschritt auf unser individuelles Leben nimmt. Die Digitalisierung schreitet voran und wird mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz wiederum zur Steigerung der Lebensgeschwindigkeit beitragen. Was kann man selbst in dieser Situation tun? Was kann ein Beitrag sein?
Nun, der Autor dieser Zeilen meint, es gibt im Wesentlichen drei Dinge zur Stärkung der Resilienz: Anpassungsfähigkeit (im Sinne von Darwin: Survival of the Fittest), Steigerung bzw. Erhalt der körperlichen Fitness und persönliche Achtsamkeit mit Vorsorge. Damit man das offensichtliche Chaos um einen selbst bewältigen kann. Nicht immer führt der Dauereinsatz mit allen Kräften zum gewünschten Ziel.
In der vorliegenden Ausgabe bilden wir einmal mehr die Vielfalt des Sanitätsdienstes ab. Der erste Beitrag der Arbeitsgruppe um Christian Beltzer zeigt auf, wie rasant die Entwicklung in der roboter-assistierten Viszeralchirurgie mit guten Ergebnissen vorangeht. Darauf folgen die Erkenntnisse eines langjährigen zivil-militärischen Forschungsprogramms, der Ulmer BEST-Studie, in dem Christiane Waller und ein vielköpfiges Wissenschaftler-Team der Universität und des Bundeswehrkrankenhauses Ulm die Folgen von Auslandseinsätzen auf den individuellen Stress-Level nachweisen. Eine schöne internationale Gemeinschaftsarbeit aus dem 1. Deutsch-Niederländischen Corps von Felix Weinreich et al. beschäftigt sich mit den Auswirkungen einer NATO-Übung auf die Dienstbedingungen und die psychische Gesundheit der Soldaten. Die Autoren um Rudolf Schimmel untersuchten das refraktivchirurgische Potenzial bei fliegendem Personal der Bundeswehr, ein Dauerthema der vergangenen Jahre, das bei geeigneter Herangehensweise positive Effekte bewirken könnte. Ein weiteres Ergebnis internationaler Kooperation und der deutsch-französischen Partnerschaft zwischen dem Militärkrankenhaus Brest und dem Bundeswehrkrankenhaus Westerstede findet sich im Bericht von Robert M. Herrmann und seinen Co-Autoren, der die Notwendigkeit von Konzepten zum Umgang mit nuklearen Notfällen in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt.
Das gesamte Redaktionsteam der Wehrmedizinischen Monatsschrift wünscht Ihnen eine informative Lektüre und viel Freude mit dem aktuellen Heft!
Herzlichst Ihr Horst Peter Becker, Chefredakteur