Jahrestagung 2026 der Österreichischen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie

Gruppenbild der Tagungsbesucher mit dem Präsidenten der ÖGWMP, Oberstarzt Prof. Dr. Arnold Höppchen, in der Mitte.

Die Jahrestagung 2026 der Österreichischen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (ÖGWMPh) fand vom 10. bis 11. September in der Schwarzenbergkaserne in Wals bei Salzburg statt. Die Jahreshauptversammlung am Vorabend der Tagung wurde vom Präsidenten, Oberstarzt Prof. Dr. Arnold Höppchen, geleitet und verzeichnete über 40 Teilnehmer, darunter Generalmajor Dr. Dr. Sylvia Sperandio, Leiterin des Militärischen Gesundheitswesens des Bundesheers, und Brigadier Dr. Signe Buck. Im Sinne der Doppelmitgliedschaft waren von Seiten der Schweizer Gesellschaft der Sanitätsoffiziere Past-Präsident Oberst Dr. Stephan Landolt vertreten, für die Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie nahmen Generalarzt a. D. Prof. Dr. Horst Peter Becker, und Oberfeldarzt a. D. Dr. Detlef Hackbarth teil. Präsentiert wurden die Berichte des Präsidenten, der Landesgruppenvorsitzenden, des Schatzmeisters und der Rechnungsprüfer. Der Ausklang des Abends fand bei einem festlichen Abendessen mit intensiven Gesprächen und einem guten internationalen Austausch auch zusammen mit Mitgliedern des SanOA-Verbandes statt.

Am nächsten Morgen eröffnete die Militärmusik des Militärkommandos Salzburg die Jahrestagung schwungvoll mit einer passenden Fanfare. Oberstarzt Prof. Dr. Höppchen sowie der Hausherr, Militärkommandant Brigadier Peter Schinnerl, richteten ihre Grußworte an das Auditorium mit knapp 80 Teilnehmenden und betonten die Bedeutung dieser jährlichen Veranstaltung für das Militär und den Sanitätsdienst.

Das Tagungsprogramm war vielfältig und für die ausländischen Gäste besonders interessant. Der erste Redner, Generalmajor i.R., Ministerialrat Dr. jur. Peter Fender, Generalsekretär des Dachverbandes der wehrpolitischen Vereine, gab eine Einführung in die Arbeit seiner Institution und berichtete über den Stand der Bemühungen, in Österreich die allgemeine Wehrpflicht beizubehalten und zu verlängern. Generalmajor. Dr. Dr. Sperandio sprach über die aktuellen Entwicklungen im österreichischen Sanitätsdienst und übergab danach das Wort an Brigadier Dr. Buck, die den Anwesenden die Organisation der Sanitätsführung näherbrachte und für Fragen zur Verfügung stand. Frau Oberfeldarzt Dr. Förster, Vizepräsidentin der DGWMP, überbrachte die Grüße der Schwestergesellschaft und stellte die vielfältigen Angebote anhand der Aktivitäten der Gesellschaft in Deutschland vor.

Bereits in der Kaffeepause konnten die TeilnehmerInnen die Industrieausstellung besuchen, die in diesem Jahr besonders spannend war: Hersteller medizinischer Geräte für die Diagnostik und Therapie von Verwundeten sowie Lösungen für den Transport und die Versorgung waren vor Ort. Es herrschte großes Interesse und reger Austausch an den Ausstellungsständen.

Nach der Pause gab Oberst Dr. Marcel Bruggisser aus der Schweiz einen einzigartigen Einblick in die „Patrouille des Glaciers“, das weltweit größte und eines der härtesten Skitouren- und Skibergsteigerrennen, das alle zwei Jahre in den Schweizer Alpen von Zermatt nach Verbier stattfindet und vom Schweizer Militär veranstaltet wird. Er hatte als Notfallarzt an der Betreuung dieser Veranstaltung teilgenommen. Flottillenarzt d. R. PD Dr. Peter Fellmer berichtete über die NATO Science and Technology Organization und zeigte dabei großartige Kooperationsmöglichkeiten in der Wissenschaft auf. Chefinspektor Erwin Grubhofer von der Direktion ­Spezialeinheiten des Bundesministeriums für Inneres gab danach hochinteressante Einblicke in die Sanitätsausbildung der Polizei-Spezialkräfte.

Bei einem gemeinsamen Mittagessen im Casino ging der kameradschaftliche Austausch weiter, sodass der letzte Sitzungsblock danach starten konnte. Dabei gab zunächst Oberstleutnant d. R. der ukrainischen Streitkräfte, Dr. Bespalenko, einen chirurgisch geprägten Überblick über die aktuelle Lage der Sanitätsversorgung sowie die riesigen Herausforderungen in der Ukraine. Sein Kollege, Oberst d. R. Dr. Klapchuk, zeigte in seinem Vortrag die vielfältigen Möglichkeiten der Rekonstruktion nach Knochen- und Weichteildefekten an Extremitäten anhand beeindruckender Fälle und Bilder. Im Anschluss präsentierte Flottillenarzt Dr. Christoph Jänig vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz dem Auditorium interessante Einblicke in die Erforschung, Entwicklung und Anschaffung von Rettungsdrohnen sowie automatisierten Lösungen für den Transport und die Behandlung von Verwundeten.

Danach konnte der Präsident der ÖGWMPh die Veranstaltung erfolgreich beenden und die Teilnehmenden verabschieden.

Im Jahr 2027 feiert die ÖGWMPh ihr 50-jähriges Bestehen: Der Vorstand der ÖGWMPh freut sich schon jetzt auf zahlreiches Erscheinen am 30. September und am 1. Oktober 2027 in Mautern an der Donau!

Prof. Dr. Arnold Höppchen
Oberstarzt
Präsident der ÖGWMPh