IN MEMORIAM
Admiralarzt a. D. Dr. Dieter Nordholz
Am 8. Januar 2023 verstarb der ehemalige Inspizient Zahnmedizin der Bundeswehr, Admiralarzt a. D. Dr. med. dent. Dieter Nordholz.
Admiralarzt a. D. Dr. Nordholz wurde am 17. September 1926 in Stolzenau an der Weser geboren. Er war der letzte Inspizient Zahnmedizin, der als Soldat am zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte und damit seine Erfahrungen aus dem Krieg in seinen Dienst in der Bundeswehr einbrachte.
Im Juni 1944, noch als Schüler, wurde er zur Luftwaffe in Landau/Isar einberufen. Er erlitt während eines Artillerieangriffs eine Verwundung und kam nach einem Aufenthalt im Lazarett, mehreren Zwischenverwendungen und einem Einsatz in den Niederlanden schließlich in britische Kriegsgefangenschaft. Erst nach seiner Rückkehr im Jahr 1945 konnte er seine schulische Ausbildung fortsetzen und schloss diese 1949 mit dem Abitur ab. Von 1949 bis 1954 absolvierte er das Studium der Zahnheilkunde an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und wurde 1956 zum Dr. med. dent. promoviert.
Nach verschiedenen Tätigkeiten als Zahnarzt trat er schließlich am 2. Januar 1962 als Stabsarzt in den Sanitätsdienst der Bundeswehr ein. Seiner ersten fachlichen Verwendung bei der Luftwaffe in Faßberg folgten weitere Verwendungen im Bereich des Wehrbereichskommando II. Im Jahr 1963 wurde Dr. Nordholz Leiter der zahnärztlichen Station des Bundeswehrkrankenhauses Bad Zwischenahn und im Nebenamt zusätzlich auch der Leiter der Krankenpflegeschule des Hauses. Dort wurde er 1965 zum Oberstabsarzt und 1971 zum Oberfeldarzt befördert. 1981 wechselte Dr. Nordholz vom zahnärztlichen Dienst der Luftwaffe zur Marine. Als Flottillenarzt leitete er zunächst die Zahnarztambulanz der Marinestaffel Bremerhaven. 1982 wurde er, unter gleichzeitiger Beförderung zum Flottenarzt, Beratender Zahnarzt im Marineabschnittskommando Nordsee und Leiter der Zahnarztambulanz der Marinestaffel Wilhelmshaven, die auch in der heutigen Struktur weiterhin die größte zahnärztliche Behandlungseinrichtung der Bundeswehr ist. Vom 1. April 1984 bis zum 30. September 1986 war Admiralarzt a. D. Dr. Nordholz der sechste Inspizient Zahnmedizin der Bundeswehr. Er war ein Vorreiter und -denker seiner Zeit und hat unter anderem die noch heute gültige Systematik zur Priorisierung von zahnärztlichen Behandlungsmaßnahmen angewiesen. Sein Wirken hat maßgeblich dazu beigetragen, die zahnärztliche Prävention in den Streitkräften zu stärken.
Admiralarzt a. D. Dr. Nordholz wurde für seine Verdienste mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. Unter der Fülle weiterer Auszeichnungen seien hier das Verwundetenabzeichen in Schwarz und die Ehrennadel des Bundesverbandes Deutscher Zahnärzte in Silber genannt.
Im Ruhestand galt sein Engagement als Kuratoriumsmitglied der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, dem Ärztekomitee für die Dritte Welt bei Einsätzen in Kolumbien und dem Senior Expert Service. Seine private Passion galt vornehmlich schon immer dem Leistungssegelflug in dem Admiralarzt a. D. Dr. Nordholz ebenfalls höchste Auszeichnungen und internationale Anerkennung erwarb.
Admiralarzt a. D. Dr. Nordholz hat durch sein Wirken und Schaffen wesentlich dazu beigetragen, den zahnärztlichen Dienst der Bundeswehr zu einem leistungsfähigen Instrument einer effektiven zahnärztlichen Versorgung der Soldaten aufzubauen und den hervorragenden Ruf des Fachbereichs Zahnmedizin in der Truppe zu begründen. Dies soll und darf nicht in Vergessenheit geraten. Die Sanitätsoffiziere Zahnarzt der Bundeswehr trauern um Admiralarzt a. D. Dr. Nordholz und werden ihn als herausragenden und beispielgebenden Sanitätsoffizier in bester Erinnerung behalten.
Oberstarzt Dr. Jürgen Rentschler
Leitender Zahnarzt der Bundeswehr