HABILITATION IN DER UNFALLCHIRURGIE
Oberfeldarzt Dr. Hans-Joachim Riesner hält seine unfallchirurgische Antrittsvorlesung an der Universität Ulm
„Ist mit einer Arthrodese nach Calacaneusfraktur das Ende des sportlichen Laufens gekommen?“ so lautete das Thema der Antrittsvorlesung, die Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Hans-Joachim Riesner zum Abschluss seiner Habilitation in der Unfallchirurgie am 11. Januar 2022 an der Universität Ulm hielt. Mit Fokus auf das untere Sprunggelenk konnte er – angelehnt an ein Fallbeispiel und aus der Aufarbeitung der Literatur – zeigen, dass sich durch eine Sprunggelenksarthrodese zwar Einschränkungen in der Mobilität ergeben, ein auch sportliches Laufen aber dennoch möglich ist.
Dr. Riesner ist der vierte Sanitätsstabsoffizier Arzt der 2009 gegründeten Unfallchirurgischen Forschungsgruppe am Bundeswehrkrankenhaus Ulm (UFO), der seine wissenschaftliche Arbeit mit einer Habilitation abschließen konnte. Die Angehörigen der UFO stehen damit in der Tradition der von Oberstarzt Prof. Dr. Heinz Gerngroß (1947–2005), dem langjährigen Chefarzt der Chirurgischen Klinik, in Ulm begründeten chirurgischen und unfallchirurgischen Forschung.
Dr. Riesner setzte sich in seiner Habilitationsschrift sehr intensiv mit den osteoporotischen Frakturen der Wirbelsäule und deren operativer Versorgung auseinander. Schwerpunkt war dabei die Nutzung der Zementaugmentation zur Verbesserung der Stabilität der Pedikelschrauben in einem osteoporotischen Knochen. Auch für den Sanitätsdienst der Bundeswehr hat seine Arbeit deutliche Relevanz. Da die Bundeswehrkrankenhäuser fast alle in die zivilen Bettenbedarfspläne der Länder integriert sind, spielen dort Geronto-Orthopädie und Alterstraumatologie eine zunehmende Rolle. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung auch mit solchen Fragen ist damit eine Conditio sine qua non. In Bezug auf die Einsatzchirurgie hat diese Patientengruppe ebenfalls relevante Bedeutung, da komplexes Denken, was gerade in einem Auslandseinsatz von entscheidender Bedeutung ist, hier sehr gut trainiert werden kann. Darüber hinaus führt die Behandlung solcher Verletzungen zu einem deutlichen Kenntnis- und Routinegewinn für die Versorgung von Wirbelsäulentraumata, wie sie einsatztypisch vorkommen. Die Einschätzung des klinischen Befundes bei Wirbelkörperfrakturen muss von Einsatzchirurgen sicher beherrscht werden. Sowohl die konservative als auch die operative Behandlung des alterstraumatologischen und geronto-orthopädischen Patientengutes trainieren diese Fähigkeiten und sind damit in mehrfacher Hinsicht einsatzrelevant.
Oberfeldarzt Dr. Riesner ist in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm als Leitender Oberarzt tätig und leitet hier auch die Sektion Spezielle Orthopädische Chirurgie. Seine wissenschaftliche Arbeit korrespondiert in hervorragender Weise mit seiner klinischen Tätigkeit. Die Habilitation steht am Ende eines langen Weges, auf dem es aufgrund verschiedener schwieriger Rahmenbedingungen zu Verzögerungen kam. Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass er nun diesen wesentlichen Schritt in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit und vor allen Dingen auch den der damit zusammenhängenden Lehrtätigkeit erfolgreich gegangen ist.
Das Team der Unfallchirurgischen Forschungsgruppe, die Angehörigen der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm sowie ich persönlich gratulieren Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Hans-Joachim Riesner von Herzen zu seiner wissenschaftlichen Leistung.
Oberstarzt Prof. Dr. Benedikt Friemert
Klinischer Direktor der Klinik für Unfallchirurgie
und Orthopädie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm
E-Mail: bendiktfriemert@bundeswehr.org