Editorial

Sehr geehrte Leserin,

sehr geehrter Leser,

die Chefredaktion hatte sich nach dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie im November 2024 in Augsburg entschlossen, die Gewinnerbeiträge des Paul-Schürmann-Preises in der Märzausgabe der Wehrmedizinischen Monatsschrift in voller Länge abzudrucken. Grund hierfür war schlichtweg der außerordentliche wissenschaftliche Wert der Artikel. Damit sollen aber auch beispielgebend die Abfassung und der Umfang einer Wettbewerbsarbeit zur Nachahmung abgedruckt sein. Unserem Nachwuchs empfehlen wir somit eine schöne formale Blaupause!

Im Rahmen der Diskussion mit den Preisträgern kam auch die Frage auf: Wer war eigentlich Paul Schürmann? Freundlicherweise erklärte sich Flottenarzt a.D. Dr. Volker Hartmann auf unsere Bitte hin bereit, diesem Thema militär-historisch nochmals und adäquat zeitkritisch auf den Grund zu gehen. Für alle im Sanitätsdienst, besonders für die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e.V., ist es wichtig, die Hintergründe um den Namensgeber für unseren wichtigsten wissenschaftlichen Forschungspreises zu kennen.

Der Leitartikel dieses Heftes darf mit Recht als besonders gelungen bezeichnet werden. Mit großer Mühe und militär-geschichtlicher Akribie hat Volker Hartmann nach neuen, bisher nicht bekannten Quellen recherchiert und diese elegant in seinen Text eingearbeitet. Im Ergebnis werden die Persönlichkeit und der besondere Charakter von Paul Schürmann im Spannungsfeld der Zeit des Dritten Reiches klar und positiv gezeichnet. Für das Jahr 2025 finden wir damit eine militär-geschichtliche Quelle, die für die Ausrichtung des Nachwuchses im Sanitätsdienst eine wichtige Funktion einnehmen kann.

Der Paul-Schürmann-Preis der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie wurde im Jahr 2024 dreigeteilt vergeben, was auch das insgesamt hohe Niveau der wehrmedizinischen Forschung anzeigt. Die Arbeit von Daniel Gagiannis und Konrad Steinestel untersucht den Zusammenhang einer stattgehabten COVID-Infektion und deren Folgen auf das pulmonale System. Tim Nestler entwickelte für die Urologie neue molekularbiologische Diagnostikmethoden, mit denen eine Übertherapie metastasierter Hodentumorpatienten verhindert werden kann. Als dritte Arbeit wurde die Forschung von Aliona Wöhler prämiert, in der Liquid Biopsy als ein innovativer Biomarker für die Erkennung und Differenzierung der Traumafolgen im Rahmen des Polytraumas verwendet werden kann. Unbestritten ist bei allen Beiträgen des Wettbewerbs die wehrmedizinische Relevanz, daher verdienen sie die Veröffentlichung in voller Länge.

Ein Beitrag zum Schwermetallmonitoring in Lebensmitteln von Meyer et al., Mitteilungen aus dem Sanitätsdienst und der DGWMP e.V. sowie eine Kurzanleitung zu den Funktionen des E-Paper der WMM runden diese Ausgabe ab.

Nehmen Sie sich die Zeit, das Heft des Monats März in Ruhe zu studieren. Sie werden begeistert sein!

Herzlichst

Ihr Horst Peter Becker
Chefredakteur