Habilitation von Oberfeldarzt PD Dr. med. Stefan Eder an der LMU
Oberfeldarzt Privatdozent Dr. med. Stefan Eder, Facharzt für Arbeitsmedizin und Allgemeinmedizin, hat sich am 05.06.2024 an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München habilitiert. Am 24.06.2024 wurde ihm die Venia Legendi für das Fachgebiet Arbeitsmedizin mit dem Recht zur Führung der Bezeichnung Privatdozent erteilt. In seiner Habilitationsschrift mit dem Titel „Diagnostische und therapeutische Zielstrukturen bei Schädigung humanen Gewebes durch ionisierende Strahlung“ (Ordinarius Prof. Dr. med. Dennis Nowak, Direktor des Instituts und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin an der LMU München) widmet sich Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Stefan Eder dem medizinischen Management radionuklearer Schadenslagen. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte am Institut für Radiobiologie der Bundeswehr lagen zum einen in der Weiterentwicklung biodosimetrischer Labormethoden zur frühzeitigen Identifizierung relevant strahlenexponierter Personen mit der Indikation für weitere medizinische Behandlung. Als zertifizierter Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) erkannte er zudem früh den dringenden Bedarf für strahlenspezifische Biomarker in Tumorgeweben für die retrospektive Abschätzung des Tumorrisikos im Rahmen der arbeitsmedizinischen Zusammenhangsbegutachtung. So analysierte ein internationaler Forschungsverbund aus britischen, ukrainischen und deutschen Arbeitsgruppen unter seiner Federführung strahlenassoziierte Gensignaturen in Gewebeproben papillärer Schilddrüsenkarzinome ukrainischer Patienten mit Radiojodinkorporation aufgrund des Reaktorunglücks von Tschernobyl. Weitere Forschungsschwerpunkte lagen darüber hinaus im Verständnis der komplexen molekularen Mechanismen der zellulären Strahlenantwort in Normal- und Tumorgeweben, der Untersuchung pharmakologischer Kandidatensubstanzen als therapeutisch nutzbare Radioprotektiva sowie der Analyse dekorporationstherapeutischer Strategien bei unfall- oder anschlagsbedingter Inkorporation radioaktiver Substanzen.
Abb. 1: Oberstarzt Prof. Dr. Port (links) mit Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Eder
Nach Abschluss des Medizinstudiums und der Promotion an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg war Priv.-Doz. Dr. Eder von 2002 bis 2004 als Assistenzarzt in den Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Anästhesie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm eingesetzt. Von 2004 bis 2009 leistete er seinen Dienst als Truppenarzt beim Panzerartillerielehrbataillon 345 in Schwanewede sowie beim Transportbataillon 465 in Ellwangen. Von 2009 bis 2011 folgte eine Verwendung als kommissarischer Dezernatsleiter für Ergonomie im Sanitätsamt der Bundeswehr in München, wobei er im Jahr 2010 eine Auslandsverwendung als Notarzt in der MedEvac-Kompanie des 27. Nachfolgekontingents KFOR in Prizren absolvierte. Seine anschließende arbeitsmedizinische Weiterbildung erfolgte von 2011 bis 2013 als Werksarzt der MTU Aero Engines AG in München. In den Jahren von 2014 bis 2021 leitete er die Forschungsgruppe „Proteomics“ am Institut für Radiobiologie der Bundeswehr in München. Im Anschluss vertiefte er seine systemischen Kenntnisse des militärischen und zivilen radionuklearen Notfallschutzes als Fachreferent in der Abteilung F „Medizinischer ABC-Schutz“ der Sanitätsakademie der Bundeswehr sowie seit 2023 als Arbeitsschutzarzt in der Überwachungsstelle für öffentlich-rechtliche Aufgaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Süd in München.
Priv.-Doz. Dr. Stefan Eder ist seit dem Sommersemester 2016 als Lehrbeauftragter in die arbeitsmedizinische Lehre an der Medizinischen Fakultät der LMU München eingebunden, betreut erfolgreich studentische Promotionsarbeiten und wirkt seit 2015 als Dozent bei der Ausbildung von Sanitätsoffizieren an der Sanitätsakademie der Bundeswehr.
Ich gratuliere Herrn Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Eder sehr herzlich zum erfolgreichen Abschluss seiner Habilitation und der damit verbundenen Anerkennung für seine hervorragenden Leistungen in Wissenschaft und Lehre.
Oberstarzt Prof. Dr. med. Matthias Port
Leiter des Instituts für Radiobiologie der Bundeswehr