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Angesichts globaler Krisen und der zunehmenden Komplexität der Welt wächst die Bedeutung der Präventivmedizin im Sanitätsdienst. Der Fokus liegt auf der systematischen Erfassung, Bewertung und Verringerung gesundheitlicher ­Risiken, noch bevor Krankheiten auftreten oder bestehende Morbiditäten zunehmen. Im Zuge sicherheitspolitischer Diskussionen um Resilienz und Kriegstüchtigkeit trägt die Präventivmedizin zur individuellen Krankheitsvermeidung sowie zur Erhaltung der kollektiven Einsatzfähigkeit und Belastbarkeit in Krisen-, Konflikt- und Katastrophenlagen bei. Vor diesem Hintergrund ist präventivmedizinische Militärforschung unbedingt erforderlich, da sie darauf abzielt, Krankheitsrisiken frühzeitig zu erkennen, Gesundheitsressourcen wie die Resilienz zu stärken und vermeidbare Krankheitslasten zu minimieren.

Als Ressortforschungseinrichtung des Bundes ist das Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr (InstPrävMedBw) das führende Kompetenzzentrum für präventivmedizinische Hochwertforschung und evidenzbasierte Beratung im militärischen Kontext. Es ist ein integraler Bestandteil der wissenschaft­lichen Landschaft der Bundeswehr, der für das Erreichen von Kriegstüchtigkeit benötigt wird. Dabei orientiert sich die präventivmedizinische Forschung an dem Leitspruch „Resilient im Einsatz. Gesund im Leben.“ am aktuellen und künftigen Bedarf von Führung und Truppe mit dem Ziel „Gesundheit, Leistung, Belastbarkeit und damit die Kriegstüchtigkeit der Soldaten und Soldatinnen innerhalb der Bundeswehr zu stärken und weiterzuentwickeln“.

Durch interdisziplinäre Forschungsansätze und die enge Vernetzung mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen und militärischen NATO-Partnern lassen sich innovative und nachhaltig wirksame Strategien entwickeln, die die Gesundheit, Resilienz und damit die mentale sowie körperliche Einsatzfähigkeit des militärischen Personals zielgerichtet fördern. Um dies dauerhaft und nachhaltig sicherzustellen, greift das InstPrävMedBw auf neueste Technologien sowie modernste, zukunftsweisende, z. T. selbst entwickelte Messtechnik und IT-Unterstützung zurück. In Bezug auf die präventivmedizinisch-wissenschaftliche Komponente der Kriegstüchtigkeit möchten wir der international zuverlässige Vorreiter in der wehrmedizinischen Forschung sein und auch bleiben.

Mit den schnellen Veränderungen der Technik auf dem Gefechtsfeld (z. B. Aufklärungs- und Kampfdrohnen), der geostrategischen Neuausrichtung der NATO – damit auch der Bundeswehr – und mit neuen Partnernationen im Nordosten Europas, verändert sich der Beratungsbedarf der politischen und militärischen Führung, aber auch der Bedarf an Forschungsprojekten für die Truppe. Die Truppe und Führung können dabei – wie das vorliegende Heft zeigt – auf bereits

vorhandene Forschungsergebnisse des InstPrävMedBw zurückgreifen und diese in die eigenen Prozesse einbinden.

Neue, hier noch nicht abgebildete militärmedizinische Studien des InstPrävMedBw sollen relevante individuelle humane Messparameter (wie molekulare Biomarker, z. B. Hitzeschockproteine, Interleukine, Cortisol) als Indikatoren für Belastung, Überlastung und Gesundheitsrisiken identifizieren. Dabei werden auch geschlechterspezifische biologische Unterschiede hinsichtlich Stress und Resilienz neu bewertet.

Das alles ist unser Anteil an der Steigerung der Kampfkraft der Soldaten und Soldatinnen und damit auch der Bundeswehr als Ganzes.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Prof. Dr. Manuela Andrea Hoffmann
Oberstarzt und Dienststellenleiterin des Instituts für Präventivmedizin der Bundeswehr