Bericht über die 6. Jahrestagung des ARKOS in Bad Nauheim
Unter dem Leitthema „konservativ einsatzbereit“ fand vom 19. - 21. Juni 2024 in Bad Nauheim die 6. Jahrestagung des „Arbeitskreises der konservativ tätigen Sanitätsoffiziere (ARKOS)“ statt. Mit insgesamt 137 Teilnehmenden zeigte sich im Vergleich zu den Vorjahren der Corona-Pandemie ein weiterer erfreulicher Anstieg der Besucher der Tagung.
In ihren Begrüßungsansprachen machten der diesjährige Tagungspräsident Oberstarzt Priv.-Doz. Dr. Ralf Matthias Hagen und die 1. Vorsitzende des ARKOS, Oberstarzt Dr. Nicole Müller, deutlich, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, sich „während eines Krieges mitten in Europa zeitgleich an einem friedlichen Ort zu einer Fachtagung zusammenfinden zu können“ (Abbildungen 1 und 2). Besonders hervorzuheben sei zudem, dass mit dem angekündigten Umbau der Streitkräfte erhebliche Anstrengungen auf alle Ebenen des Sanitätsdienstes zukämen. Deshalb musste leider auch der frisch ernannte Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generalstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, seine aktive Teilnahme absagen und die schon „traditionelle“ Standortbestimmung des Sanitätsdienstes seinem entsandten Vertreter, Generalarzt Dr. Jürgen Meyer (Abteilungsleiter A des Kdo SanDstBw), überlassen.
Abb. 1 und 2: ARKOS-Tagungspräsident 2024 Oberstarzt Priv.-Doz. Dr. Ralf Matthias Hagen und ARKOS-Vorsitzende Oberstarzt Dr. Nicole Müller bei ihren Begrüßungsansprachen
Das diesjährige Tagungsthema hat besondere wehrmedizinische Relevanz, weil die konservativen Fächer für die Landes- und Bündnisverteidigung besonders wertvoll sind: Einsatzbereit ist die gesunde Soldatin und der gesunde Soldat, wenn im Vorfeld die konservativen Fächer mit ihrem fachlichen Spektrum ihren Beitrag leisteten. Darüber hinaus sei aber auch jedes mögliches Szenario im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung ohne die ARKOS-Fächer undenkbar!
Der Präsident der DGWMP, Generalstabsarzt a. D. Dr. Stephan Schoeps, und der Kommandeur des Kommandos Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung, Generalstabsarzt Dr. Armin Kalinowski, griffen diese Gedanken in ihren Eröffnungsreden auf. Mit besonderer Spannung wurde von allen Teilnehmenden vor diesem Hintergrund die „Standortbestimmung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr“ erwartet. Generalarzt Dr. Meyer übertraf mit seiner ziselierten Darstellung aktueller und zukünftiger Strukturen, aber auch mit seinen offenen Worten zu den durchaus großen Herausforderungen alle Erwartungen!
Als besondere Ehre und Wertschätzung ziviler universitärer Einrichtungen wurde die Festrede von Flottenarzt der Reserve Prof. Dr. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit (Ordentlicher Professor der Universität Hamburg und Leiter des WHO-Referenzzentrums für Importierte Viruserkrankungen am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin) wahrgenommen (Abbildung 3). Seine „State-of-the-Art“ Präsentation zu dem Thema „Klimaerwärmung und Ausbreitung vektor-übertragener Infektionen“ stellte eine ideale Hinführung zu dem breit gefächerten Tagungsprogramm.
Abb. 3: Flottenarzt d. R. Prof. Dr. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit hier mit Generalarzt Dr. Meyer
Dem Team um den Tagungspräsidenten und die 1. Vorsitzende war es gelungen, ein breit gefächertes Programm zu gestalten (siehe www.dgwmp.de/ARKOS2024), das allen Ansprüchen an eine querschnittliche Weiterbildung für Sanitätsoffiziere, Sanitätsunteroffiziere und andere Mitwirkenden der Basisversorgung zu bieten. Die Anerkennung durch die Ärztekammer Hessen mit 12 Fortbildungspunkten sowie die Teilnahme hochrangiger Vertreter aller großen Bundeswehrkrankenhäuser als auch der Kommandobehörden unterstreicht den Stellenwert dieser Tagung als relevante Fortbildungsveranstaltung „aus der Fachlichkeit für die Basis“, wie der Tagungspräsident in seinen Schlussworten zusammen mit Dank an allen Mitwirkenden hervor hob.
Oberstarzt Priv.-Doz. Dr. Ralf Matthias Hagen
Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz
und
Oberstarzt Dr. Nicole Müller
Bundeswehrkrankenhaus Berlin