Regierungsdirektor Dr. Karl Glitz
mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold ausgezeichnet
Als frisch ernannte Leiterin des Instituts für Präventivmedizin der Bundeswehr war es mir eine Ehre, Regierungsdirektor Dr. Karl Glitz, Leiter des Fachbereiches A4 Umweltergonomie und Bekleidung, das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold zu verleihen. Diese Auszeichnung verdient die besondere Würdigung in der Wehrmedizinischen Montsschrift, weil Dr. Glitz als Wissenschaftler über Jahrzehnte hinweg auf dem Gebiet der Umweltergonomie und Bekleidungsphysiologie wertvolle Beiträge zum Schutz der Gesundheit von Soldatinnen und Soldaten geliefert hat.
Seine hochwertigen Forschungsprojekte beschäftigten sich mit der Auswirkung militärischer Bekleidung/Schutzausrüstung in Verbindung mit extremer Kälte bzw. Hitze auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten. Ob vor Ort, in der Truppe oder in der Klimakammer (Abbildung oben): Ziel seiner realitätsnahen und anwendungsbezogenen Forschungsvorhaben war es stets, den Soldatinnen und Soldaten ihre Aufgaben zu erleichtern und die Gesundheit zu schützen. Hervorzuheben ist hierbei die erfolgreiche Entwicklung eines „Körpertemperaturmanagements“ nach den tragischen Hitzezwischenfällen im Sommer 2017: Das System aus praxisnahen Unterrichten, Informations-Flyern, Taschenkarten und Leitfäden, die zum Teil in regelungsnahe Dokumente überführt wurden, hat maßgeblich dazu beitragen, dass sich in den nachfolgenden, extrem heißen Sommern keine lebensbedrohlichen Hitzeunfälle in der Bundeswehr mehr ereigneten (siehe vorherigen Beitrag).
Die Gefährdung des arbeitenden Menschen durch Hitzestress und die Verbesserung der Einsatzbereitschaft ist seit vielen Jahren ein Schwerpunkt seiner Arbeiten, die mit der erfolgreichen Patentierung des „Dry-Air-Comfort Suit“ (DAC) gekrönt wurden (Abbildungen 1 und 2). Mit diesem innovativen Körperkühlsystem ist es erstmalig möglich, die Standzeiten in isolierender Schutzbekleidung erheblich zu verlängern, das Risiko für eine Gesundheitsgefährdung durch Hitzestress deutlich zu vermindern und das Arbeiten in der Schutzbekleidung komfortabler zu gestalten. Das überzeugende Konzept des DAC soll im Auftrag der Bundeswehr nun zur Serienreife gebracht und mittels eines technischen Demonstrators zunächst bei der ABC-Abwehrtruppe erprobt werden. Parallel dazu forschen Dr. Glitz und sein Team im Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr nun an einer Weiterentwicklung des Systems zur Körperkühlung in geschützten und gepanzerten Fahrzeugen.
Abb. 1: Grafische Darstellung des Dry-Air-Comfort Suits (DAC) aus der Patentschrift dieser Körperkühlmethode
Abb. 2: Soldat im Vollschutzanzug mit integriertem Dry-Air-Comfort Suit (DAC) während einer Hitzebelastung in der Klimakammer
Auch im internationalen Umfeld hat Dr. Glitz seine Expertise stets zur Verfügung gestellt und erweitert. Er war Mitglied verschiedener NATO-Arbeitsgruppen zu klimatischen Belastungen und hat seine Erfahrung und die Ergebnisse seiner Forschung vielfach auf nationalen wie auch internationalen Kongressen präsentiert sowie in zahlreichen Zeitschriften Publikationen veröffentlicht.
Ganz besonders herauszustellen ist in diesem Zusammenhang seine langjährige Arbeit an „drei unterschiedlichen Leitlinien zur Arbeit unter klimatischer Belastung“, die er bereits 2012 als Erstautor publizierte. Unter seiner maßgeblichen Koordination wurden nun auch erstmals die Leitlinien von insgesamt vier der führenden Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V. (DGAUM), Gesellschaft für Arbeitswissenschaft e. V. (GfA), Deutsche Physiologische Gesellschaft e. V. (DPG) und Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e.V. (VDSI)) vollständig überarbeitet und in einer neuen arbeitsmedizinischen S2k-Leitlinie vereint. Für seine wesentlichen Beiträge in diesem langjährigen Projekt wurde Dr. Glitz von allen beteiligten Fachautoren wieder als Erstautor bestimmt. Eine höhere Anerkennung der Fachexpertise ist kaum zu erreichen.
Allein diese Schlaglichter aus nunmehr über drei Jahrzehnten Forschung demonstrieren eindrucksvoll seine Expertise sowie sein Wirken auf nationaler wie internationaler Ebene in diesem zivil und militärisch wichtigen Themenfeld. Die Ergebnisse seiner Arbeiten tragen in bedeutendem Maße zum Renommee des Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr, des Sanitätsdienstes und der gesamten Bundeswehr bei.
In seiner Dankesrede brachte Herr Dr. Glitz seine Freude über die hohe Auszeichnung zum Ausdruck. Besonders wichtig war ihm darauf hinzuweisen, dass seine Leistungen maßgeblich durch den einzigartigen, kongruent interdisziplinären Wirkverbund der verschiedenen Fachbereiche des Instituts ermöglicht wurden und stellte die hervorragende Teamarbeit als wesentlichen Erfolgsfaktor heraus.
Das Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr beglückwünscht Dr. Glitz zu dieser hochverdienten Anerkennung seiner hervorragenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.
Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Manuela Andrea Hoffmann
Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr