Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Guido Mühlmeier schließt Habilitation im Fachgebiet Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde ab
Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Mühlmeier ist als Sanitätsoffizieranwärter 1988 in die Bundeswehr eingetreten und hat nach dem Studium der Humanmedizin an der Universität Ulm 1996 zum Dr. med. promoviert. Mit Unterbrechung durch die Truppenarztzeit im FmBtl 230 in Dillingen/Donau hat er seine Facharztausbildung zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt am Bundeswehrkrankenhaus Ulm 2003 abgeschlossen, gefolgt von den Zusatzbezeichnungen Allergologie und Akupunktur. 2004 wurde er zum Oberarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm ernannt, seit 2015 ist er geschäftsführender Oberarzt und seit 2020 stellvertretender Klinischer Direktor. In seiner Facharztzeit hat Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Mühlmeier an drei Auslandseinsätzen in Afghanistan (6./ISAF 2004, 8./ISAF 2005 und 26./ISAF 2011) sowie einem im Kosovo (44./KFOR 2016) teilgenommen und 2011 das Feldlazarett in Mazar-e-Sharif als Klinischer Direktor geleitet. Er ist vielfach ehrenamtlich tätig, u. a. als Vorsitzender der Ortsgruppe Ulm der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e. V., und fungierte als wissenschaftlicher Leiter der Jahrestagung 2023 der DGWMP in Ulm.
Abb. 1: Die akademischen Lehrer Oberstarzt Prof. Dr. Matthias Tisch und Oberstarzt a. D. Prof. Dr. Heinz Maier sowie der Ärztliche Direktor und Kommandeur des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, Generalarzt Dr. Johannes Backus, gratulieren dem frisch ernannten Privatdozenten Oberfeldarzt Dr. Guido Mühlmeier zum Abschluss der Habilitation.
Mit der Dissertation, die er während der Studienzeit bearbeitete, vertiefte sich das Interesse zum wissenschaftlichen Arbeiten. So veröffentlichte Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Mühlmeier bereits im ersten klinischen Abschnitt unter der Klinikleitung von Oberstarzt a. D. Prof. Dr. Heinz Maier Kasuistiken und war als Mitautor an weiteren Publikationen beteiligt. Sein wichtigstes Forschungsfeld schaffte er sich 2005 durch die Einführung intratympanaler Injektionen in den klinischen Alltag. Bei Erkrankungen des Innenohres werden Medikamente durch das Trommelfell in das Mittelohr gespritzt. Nach rascher Etablierung dieses Verfahrens schlossen sich Medikamentenstudien zu dieser Thematik in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Forschungsunternehmen an, bei dem eine neuartige Kombination aus einem NMDA-Antagonisten in Verbindung mit Hyaluronsäure zur Behandlung von akutem Tinnitus weltweit erstmals am Menschen angewendet wurde. Er übernahm dabei die Federführung der multizentrischen Studien im Prüfzentrum Bundeswehrkrankenhaus Ulm und trug wesentlich zum Gelingen über die klinischen Prüfungsphasen I bis III bei. Die hieraus resultierenden Publikationen sind mittlerweile im dreistelligen Bereich zitiert und bildeten die Basis für das Habilitationsthema. Es folgten weitere Arbeiten rund um die intratympanale Injektion mit verschiedenen Steroidmischungen.
Der zweite wissenschaftliche Schwerpunkt ist die Allergologie in Verbindung mit klinischer Immunologie. Führend im Bereich der adaptiven Desaktivierung bei ASS-/Salicylat-Intoleranz entwickelte Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Mühlmeier ein neuartiges intravenöses Verfahren zur Provokationstestung, das zwischenzeitlich an fast 2000 Patienten erfolgreich Anwendung fand und entsprechend publiziert wurde. Daneben stellen die schnelle Aufdosierung bei spezifischen Allergen-Immuntherapien und die allergologische Diagnostik Forschungspunkte dar.
Seit fast 15 Jahren ist Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Mühlmeier Lehrbeauftragter der HNO-Klinik am Bundeswehrkrankenhaus Ulm und gibt Vorlesungen mit vielen praktischen Aspekten, die Generationen von Studentinnen und Studenten im Praktischen Jahr und in Famulaturen zum Verstehen von Krankheiten des Fachgebietes und deren Behandlung geführt hat. Nicht zuletzt durch die Lehrveranstaltungen wurden Ausbildungsassistenten für die Klinik rekrutiert.
Mit der Antrittsvorlesung zum Thema „Ein Ton reist durch den Kopf“ schloss Oberfeldarzt Priv.-Doz. Dr. Mühlmeier seine Habilitation ab und erhielt vom Ordinarius für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde der Universität Ulm, Prof. Dr. Thomas Hoffmann, in Vertretung des Dekans die Urkunde mit Erteilung der Venia legendi überreicht. Damit ist er nun Teil des Lehrkörpers der Universität Ulm und wird weiterhin Lehre und Forschung fortsetzen, die ihn bisher zu Kongressen und Tagungen in 9 Länder Europas und bis nach Brasilien geführt sowie 15 Originalarbeiten, 6 Kasuistiken, 7 Übersichtarbeiten und 3 Buchbeiträge hervorgebracht hat. So trägt er zur positiven Werbung der Bundeswehr in der Öffentlichkeit bei und zeigt, dass Forschung und Lehre in den Alltag des militärischen Auftrags integrierbar sind.
Als Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie gratuliere ich ihm stellvertretend für die gesamte Klinik und wünsche weiterhin ein erfolgsreiches wissenschaftliches und klinisches Arbeiten im Kontext unseres wehrmedizinischen Auftrags.
Oberstarzt Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias Tisch
Honorary Doctorate of Jordan University of Science and Technology
Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde,
Kopf- und Halschirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm