Editorial

Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser!

Die derzeitige politische und geostrategische Weltordnung befindet sich im grundlegenden Wandel. Bestimmte Staaten, insbesondere Russland und China, prägen diese Entwicklung maßgeblich. Infolge dieser Veränderungen ist eine Einschränkung der bisherigen Globalisierung von Wirtschaft und Handel absehbar. Nationale Zollbeschränkungen, beispielsweise durch die USA, verstärken diesen Trend zusätzlich. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen könnten diese Umwälzungen bestehende Strukturen von Freiheit und Wohlstand nachhaltig beeinträchtigen.

Trotz jahrzehntelanger Zurückhaltung wird Krieg in Europa erneut als Mittel zur Durchsetzung politischer Interessen genutzt. Jüngste Konflikte wie in der Ukraine sind durch extreme Brutalität, Kompromisslosigkeit und die Missachtung internationalen Rechts geprägt. Angesichts der veränderten Sicherheitslage ist es notwendig, sich auf diese neuen Realitäten einzustellen. Die Stärkung der Fähigkeiten zur Landes- und Bündnisverteidigung, eine erhöhte Krisenreaktionsfähigkeit und ein robuster Bevölkerungsschutz müssen noch stärker in den Mittelpunkt staatlicher Bemühungen rücken.

Hierzu setzte der deutsche Sanitätsdienst mit der Combat Medical Care Conference (CMC-Konferenz) in Blaubeuren am 2. und 3. Juli 2025 einen wichtigen Meilenstein. Das internationale Symposium zur taktischen Verwundetenversorgung richtete sich an die unmittelbaren Ersthelfer aus dem zivilen und militärischen Bereich: Special Operations Forces Medics, Notfallsanitäter, Pflegefachkräfte sowie Ärztinnen und Ärzte. Mit etwa 1 400 Teilnehmern aus 44 Ländern war die CMC-Konferenz 2025 Europas größte Fachkonferenz für taktische Medizin außerhalb der USA. Mit der mittlerweile 7. Tagung hat sich eine mächtige internationale Kommunikationsplattform etabliert, die die Teilnehmenden aus verschiedenen Bereichen zum Erfahrungsaustausch im Sinne der Stärkung der Krisenresilienz nutzen.

Die CMC-Konferenz 2025 in Blaubeuren war ein dynamisches, praxisorientiertes und fachlich hochkarätiges Symposium. Mit Workshops, Vorträgen, realitätsnahen Übungen und innovativen Technologien bot die Konferenz ein umfassendes Programm für Fachleute der taktischen Medizin. Praktische Übungen umfassten die Versorgung Schwerverletzter unter simuliertem Beschuss im Wald sowie Evakuierung und Blutmanagement.

In dieser Ausgabe der Wehrmedizinischen Monatsschrift werden die wesentlichen Inhalte der CMC-Konferenz in Form kompakter Abstracts präsentiert. Hierzu gehören die Hauptvorträge sowie die Berichte aus dem TEMS- und dem SOF-Medic-Symposium. Die Chefredaktion bedankt sich bei den Organisatoren und bei allen, die die Vorträge live verfolgt und dann als Kurzabstracts abgefasst haben. Ergänzt wird das Heft durch die Beiträge von Meier und Klaubert zur Trinkwasserversorgung in der Ukraine sowie von Tannheimer und Co-Autoren zur Simulation in der Höhenmedizin. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit den „State of the Art“ der taktischen Medizin präsentieren.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und Studieren der Beiträge.

Horst Peter Becker

Chefredakteur der Wehrmedizinischen Monatsschrift