Bundeswehrkrankenhaus Ulm erhält Forschungsmittel
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Bundeswehrkrankenhaus Ulm erhielt im Rahmen der Verbundforschung zusammen mit der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, mit der Universität der Bundeswehr München und zivilen Partnern aus der Industrie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Forschungsförderung über zwei Jahre mit dem Projekttitel:

„Stressresilienz durch Exposition in der simulierten Vorsichtung (STRESS) mit dem Teilvorhaben: Realszenario mit Studiendurchführung, rettungsmedizinscher Expertise für Projektexzellenz“.

Das Projekt ist im Call „KMU-innovativ: Forschung für die Zivile Sicherheit“ platziert. Mit der KMU-innovativ-Initiative unterstützt das BMBF Spitzenforschung im deutschen Mittelstand (KMU = kleine und mittlere Unternehmen). In diesem Forschungskonsortium bringt das BwKrhs Ulm seine jahrelange medizinische Expertise in die Entwicklung eines Simulators bzw. Demonstrators ein, validiert das Training unter notfallmedizinischen Aspekten mittels einer MANV-Großübung, die am BwKrhs Ulm stattfindet, und begleitet wissenschaftlich eng das Vorhaben, das einen Teil der Aktivitäten des Forschungsverbund Süd (FvS) widerspiegelt.

Gesamtziel des Vorhabens ist es, Einsatzkräfte auf einen Massenanfall von Verletzten (MANV) am Beispiel eines Terrorszenarios mittels Serious Game – nachfolgend STRESS oder Demonstrator - auf die zu erwartenden Stressoren vorzubereiten. Hintergrund ist, dass neben der notwendigen medizinischen Kompetenz die Handlungs- und Leistungsfähigkeit von Einsatzkräften (Rettungspersonal, Ärztinnen und Ärzte) ­entscheidend davon ­ab­hängt, wie mit den Stressoren in diesen besonderen Situa­tionen umgegangen wird. Dazu zählen z. B. Umwelteinflüsse, Sichtverhältnisse, eine hohe Anzahl von Patienten, Zeitdruck, mangelnde Vorhersagbarkeit der Ereignisse, die Bedrohungslage und die Schwere der Verletzungsbilder. Das Vorhaben adressiert diese Stressoren in einem Demonstrator, setzt diese realitätsnah in einsatzrelevanten Szenen um und unterstützt den Aufbau von psychischer Resilienz, was bedeutet, dass funktionale Strategien zur Bewältigung von Stressoren ebenfalls vermittelt werden. Neben der digitalen Umsetzung der Stresserzeugung, -messung und –auswertung unter Verwendung geeigneter Hardware und entsprechend gestalteter Software steht daher die Verbindung von medizinischen, psychologischen und spielspezifischen Konzepten im Mittelpunkt des Stress-Sichtungs-Trainer, so dass Einsatzkräfte umfassend auf einen (Terror-)MANV geschult werden können (Abbildung 1).

Abb. 1: Masseneinsatz von Rettungsfahrzeugen (Bildquelle: Bundeswehr/Thilo Pulpanek)

Die wesentlichen Fakten des Projektes

  • BMBF Förderung: KMU-innovativ Forschung für Zivile Sicherheit
  • Projekttitel: Stressresilienz durch Exposition in einer simulierten Vorsichtung (STRESS)
  • Laufzeit: 1. September 2023 bis 31. August 2025
  • Forschungskonsortium: Therabytes Gmbh, München; Active Fungus GmbH, München; Universität der Bundeswehr München, Fakultät für Informatik (Prof. Dr. Hofmann); für das Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Klinik für Anästhesie und Notfallmedizin (Oberstarzt Prof. Dr. Kulla, Oberstabsarzt Dr. Beres) und das Forschungsmanagement (Dr. habil. Mark Melnyk)

Ansprechpartner für das BwKrhs Ulm:

Dr. habil. Mark Melnyk,

Bundeswehrkrankenhaus Ulm

Leiter Forschung und Wissenschaft

Oberer Eselsberg 40

89081 Ulm