Bericht über die Internationale Tagung der Schweizerischen Gesellschaft der Sanitätsoffiziere 2026
Abb. 1: Vorstand der SGOS mit Gästen
Die Internationale Tagung der Schweizerischen Gesellschaft der Sanitätsoffiziere (SGOS/SSOTS) fand dieses Jahr vom 18. bis 19. September 2026 in Spiez am Thunersee statt. Der Präsident der Gesellschaft, Oberstleutnant Dr. Marcel Bundi, der frisch auf der Mitgliederversammlung bestätigt wurde, begrüßte ein zahlreiches Publikum, darunter auch viele Gäste aus dem Ausland. Er unterstrich die zentrale Bedeutung des diesjährigen Kongressthemas „CBRNE – altes oder neues Problem?“ angesichts der zunehmenden militärischen Bedrohung für die NATO-Länder, mit der Schweiz im Zentrum. Besonders freute er sich, die Teilnehmer in diesem Jahr im militärischen Kompetenzzentrum ABC – KAMIR willkommen zu heißen. Da dieses unmittelbar in der Nähe des bekannten Labors Spiez liegt, das für seine Expertise in den Bereichen CBRNE, Dekontamination und Protektion bekannt ist, passte der Kongress perfekt zu diesem Schwerpunkt.
Die Grußworte aus dem politischen Umfeld hoben alle die akute weltweite Sicherheitslage hervor. Regierungsrat Philippe Müller, Vorsteher der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern, wies darauf hin, dass sich die Zahl der BRICS-Staaten mittlerweile auf 11 erhöht habe und diese zusammen eine Bevölkerung von vier Milliarden Menschen repräsentierten. Daher leitete sich für die Schweiz allein deshalb die Notwendigkeit zur Verstärkung der Verteidigungsfähigkeit ab. Oberst i.Gst Michele Moor, Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, hob die langjährige Zusammenarbeit der Schweiz mit der NATO in vielfältigen Bereichen hervor und stellte dies als Vorteil bei der Bewältigung komplexer Krisen heraus. Oberst i Gst Nicolas Roduit, Kommandant des Kompetenzzentrums ABC-KAMIR und Hausherr der Veranstaltung, ging detailliert auf die Bedrohungen und Gefahren im CBRNE-Bereich ein. In seiner Übersicht wurde die außerordentliche Komplexität dieses Themas deutlich. Hierbei kommt es besonders auf das Gelingen der zivil-militärischen Zusammenarbeit an, um Zivilbevölkerung und Angehörige des Militärs zu schützen.
Die anschließenden Fachvorträge waren sehr interessant, professionell und kompetent präsentiert. Andreas Zaugg, Leiter Rüstungskontrolle C, Labor Spiez, trug zu den chemischen Kampfstoffen unter Darstellung aktueller Ereignisse und Entwicklungen vor. Dr. phil. César Metzger, Leiter des Departments Biologie am Labor Spiez, berichtete über die jüngsten Bedrohungen im Bereich der biologischen Kampfstoffe. Dies schloss eindrücklich auch den Ukraine-Krieg ein. Oberfeldapotheker Cornelius Herrmann von der Sanitätsakademie München referierte über die neuesten Entwicklungen im medizinischen A-Schutz. Dabei zeigte sich, dass die Bundeswehr erhebliche Anstrengungen in den Bereichen Forschung und Lehre unternimmt, um der internationalen Bedrohung gerecht zu werden. Besonders wies Herrmann auf die Einrichtung einer mobilen Taskforce hin, die bei Schadenslagen mit entsprechendem Equipment angefordert werden kann. Major Stefan Bühler berichtete über den Sanitätsdienst sowie über die Gefahren bei der Kampfmittelbeseitigung in der Schweiz. In einem beeindruckenden Vortrag stellte er die bestehende Risikolandschaft für diese Tätigkeit dar und machte deutlich, dass für diese Aufgabe exzellente Professionalität und fundierte Ausbildung erforderlich sind.
Hauptmann Walter Mitter aus Salzburg stellte die österreichischen Unternehmungen bei der Etablierung einer militärischen Dekontaminationsanlage vor. Oberst Tom Hofmann, VBS-Leiter QT90, berichtete über die Teilnahme einer Schweizer Delegation an der internationalen Übung „Vigorous Warrior“ und ging dabei anschaulich auf die großen Herausforderungen eines solchen Einsatzes für die Teams ein.
Zum Abschluss des Tages wurde der langjährige Oberfeldarzt der Schweizer Armee, Divisionär Dr. Andreas Stettbacher, im Rahmen einer feierlichen Laudatio verabschiedet. Alt-Bundesrat Samuel Schmid würdigte dabei die Verdienste und Beiträge, die Stettbacher für den Schweizer Sanitätsdienst und die SGOS geleistet hat.
Oberstleutnant Dr. Marcel Bundi
Präsident der SGOS